CalMag richtig dosieren: Erde, Coco und Hydro im Vergleich
Die Frage "wie viel CalMag brauche ich" lässt sich nicht mit einer einzigen Zahl beantworten, so gerne man das hätte. Wie viel Calcium und Magnesium deine Pflanze tatsächlich zusätzlich braucht, hängt von drei Dingen ab, die sich gegenseitig beeinflussen: deinem Substrat, deiner Wasserhärte und der aktuellen Wachstumsphase. Wer diese drei Faktoren einmal verstanden hat, kann sich pauschale Dosierungsangaben aus dem Internet eigentlich sparen.
Warum die Wachstumsphase die Menge mitbestimmt
Calcium wird vor allem für den Aufbau neuer Zellwände gebraucht – logisch also, dass der Bedarf in der vegetativen Phase am höchsten ist, wenn die Pflanze aktiv neue Blätter, Triebe und Wurzeln bildet. Magnesium dagegen wird für die Photosynthese gebraucht und bleibt über den gesamten Zyklus hinweg relevant, oft sogar mit leicht steigendem Bedarf in der Blüte, wenn die Pflanze auf Hochtouren Energie für die Blütenbildung produziert. Das heißt in der Praxis: Der Ca-Anteil kann in der Wachstumsphase etwas höher liegen, während Mg über den ganzen Zyklus konstant mitlaufen sollte.
Dosierung nach Substrat
Wie oft und wie konzentriert du CalMag einsetzt, hängt stark davon ab, wie viel Puffer dein Substrat bietet:
| Substrat | Dosierlogik | |
|---|---|---|
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Erde | Selten nötig, und wenn, dann in kleineren Mengen. Der Boden speichert Nährstoffe über mehrere Tage, eine leichte Überdosierung fällt kaum ins Gewicht. Nur bei sehr weichem Wasser oder sichtbaren Symptomen gezielt ergänzen. |
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Coco | Regelmäßig, dafür in moderater Konzentration bei jedem oder jedem zweiten Gießvorgang. Da Coco Calcium bindet, lohnt sich hier eine konstante, niedrig dosierte Versorgung mehr als seltene große Gaben. |
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Hydro | Fest eingeplanter Bestandteil jeder Nährlösung, nicht optional. Ohne Puffer muss jede Charge von Anfang an ausreichend Ca/Mg enthalten – Nachkorrigieren mitten im Zyklus ist hier deutlich schwerer als in gepuffertem Substrat. |
Wasserhärte in die Rechnung einbeziehen
Bevor du überhaupt eine Menge festlegst, lohnt sich der Blick auf deine Wasserhärte – sie verschiebt die ganze Rechnung. Hartes Leitungswasser bringt bereits einen relevanten Ca/Mg-Anteil mit, den du bei der Dosierung gegenrechnen solltest, sonst überversorgst du schnell. Weiches Wasser oder Umkehrosmose-Wasser (RO) liefert dagegen fast nichts – hier startest du praktisch bei null und musst die komplette Menge selbst zuführen.
Wie oft dosieren, ohne zu überdosieren
In Coco und Hydro hat sich bewährt, CalMag in kleineren Mengen kontinuierlich mitlaufen zu lassen, statt es als separate, seltene Extra-Gabe zu behandeln. Das entspricht auch eher dem natürlichen Bedarf der Pflanze, die konstant und nicht stoßweise auf Calcium und Magnesium angewiesen ist. In Erde reicht es meist, punktuell zu reagieren, wenn sich erste Anzeichen zeigen, statt vorsorglich mitzudüngen.
Wichtig dabei: Nutzt du bereits ein mineralisches Grundsystem, das Calcium schon in der Stickstoffquelle mitbringt – wie unser Grow über Calciumnitrat –, rechnest du diesen Anteil in deine Überlegung mit ein, bevor du zusätzlich CalMag gibst. Sonst dosierst du am Ende doppelt, ohne es zu merken.
Fazit
Es gibt keine einzelne Zahl, die für jeden Grower stimmt. Wer sein Substrat, seine Wasserhärte und die aktuelle Wachstumsphase kennt, kann die Dosierung Schritt für Schritt anpassen, statt sich auf pauschale Angaben zu verlassen, die für ein völlig anderes Setup gedacht waren.





